Alentejo


Das Alentejo macht ein Drittel der Gesamtfläche Portugals aus und produziert so beliebte Weine, dass Winzer aus anderen Regionen schon etwas neidisch werden können.

Das große, sonnenverwöhnte Alentejo bedeckt einen großen Teil von Portugals Süden. In den letzten Jahren hat sich die Region einen Namen mit großen, reifen, fruchtigen, bekömmlichen Rotweinen gemacht, die auf den Weinlisten der Lissabonner Restaurants ganz oben stehen.

Das Alentejo wurde 1989 in verschiedene Gebiete unterteilt. Der EU-Beitritt Portugals führte dazu, dass seit langem nötige Investitionen in Weingüter und Weinkellern getätigt wurden. Die Einführung moderner Technologien – insbesondere zur Wärmeregulierung – machten es möglich, weiche Weißweine sowie kräftige Rotweine zu produzieren. Im Alentejo sind auch heute noch wunderbar alte Reben zu finden.

Das Alentejo ist riesig und dabei sehr abwechslungsreich. Gerade mal fünf Prozent des Gebiets sind mit Reben bepflanzt. Eine der aufregendsten Gegenden befindet sich rund um die Stadt Portalegre im Nordosten an der spanischen Grenze. Diese hochgelegene Gebirgsregion ist kühler als das restliche Alentejo und hat damit das Potenzial für sehr elegante Weine. Im zentralen Hügelland, nahe der Städte Évora, Borba, Reguengos und Estremoz, ist es hingegen wärmer. Dort entstehen Weine mit gut ausbalancierter Säure. Noch weiter südlich, nahe der Stadt Beja, kann es sogar richtig heiß werden. Moderne Vinifikationstechniken machen es dennoch möglich, gut bekömmliche Weißweine sowie gehaltvolle Rotweine zu erzeugen. Granit-, Schiefer- und Kalkböden wechseln sich ab.

Zwischen den Städten des Alentejo kann man kilometerweit durch eindrucksvolle Korkeichenwälder, grünlich schimmernde Olivenhaine und zart duftende Lavendelfelder fahren, ohne auch nur einer Menschseele zu begegnen. Weizen, Mais und Sonnenblumen färben die Landschaft goldgelb – ab und an nur von einem grünen Weinberg mit teilweise wundervoll alten Reben durchbrochen.

DOC Alentejo Weine dürfen ausschließlich in bestimmten Gebieten innerhalb der Vinho Regional Alentejo hergestellt werden. Um den Weinanbau zu regulieren und den verschiedenen Mikroklimata gerecht zu werden, wurde die DOC Alentejo in acht Teilgebiete (Portalegre, Borba, Redondo, Vidigueira, Reguengos, Moura, Évora und Granja/Amareleja) unterteilt, die sich überwiegend in der Mitte der Region befinden. Alle DOC-Weine erhalten die Bezeichnung DOC Alentejo, die manchmal mit dem Namen der Teilregion ergänzt wird.

Eine wachsende Anzahl regionaler Weine laufen unter ‘Vinho Regional Alentejano’. Dies liegt zum einen daran, dass die Trauben teilweise eben nicht aus den DOC-Gebieten stammen. Zum anderen nutzen viele Winzer auch bewusst die größeren Spielräume der VR-Bestimmungen. So sind beispielsweise viel mehr Rebsorten, inklusive der internationalen Sorten wie etwa Syrah, zugelassen.

Die beste Reisezeit für das Alentejo ist im April oder Mai, wenn alles blüht und aromatisch duftet sowie vor dem Einsetzen der Sommerdürre. Weniger als fünf Prozent der portugiesischen Bevölkerung lebt in dieser Region und nur gelegentlich sieht man auf kleinen Anhöhen Bauernhäuser. Die Alentejo-Region ist bekannt für ihr Rindfleisch und für den saftigen, aromatischen Schinken sowie das Schweinfleisch, das von schwarzen Schweinen stammt, die in den Wäldern leben und sich von Eicheln ernähren. 

Rote Hauptrebsorten (variieren je nach Subregion):

  • Aragonez, Trincadeira, Castelão, Alfrocheiro and Alicante Bouschet

Weiße Hauptrebsorten (variieren je nach Subregio):

  • Arinto, Antão Vaz, Roupeiro, Fernão Pires, Perrum